Für eine Zukunft mit Perspektiven

Der Bundesrat hat kürzlich das vom Nationalrat 2024 überwiesene Postulat von Philippe Nantermod (FDP, VS) «Wie kann die Attraktivität der Schweizer Berufsbildung sichergestellt werden?» beantwortet. Im Ergebnis kommt der Bericht zum Schluss, dass die duale Berufsbildung attraktiv ist, aber gezielt weiterentwickelt werden muss.

Zwei von drei Jugendlichen starten mit einer beruflichen Grundbildung ins Arbeitsleben. Damit ermöglicht die Berufsbildung einem grossen Teil der jungen Leute einen schnellen und praxisbezogenen Einstieg in den Arbeitsmarkt. Das Postulat des Walliser FDP-Nationalrat Philippe Nantermod beauftragte den Bundesrat, im Rahmen eines Berichts zu prüfen, mit welchen Massnahmen die Attraktivität der Berufsbildung für Schulabgängerinnen und Schulabgänger mittel- und langfristig sichergestellt und gestärkt werden kann.

Der Bericht skizziert eine perspektivenvolle Zukunft für Schulabgängerinnen und Schulabgänger, stellt aber gleichzeitig auch fest, dass die duale Berufsbildung zu anderen Bildungswegen wie z.B. das Gymnasium und die Universität in Konkurrenz steht.  2024 ist zusammen mit den Sozialpartnern, darunter dem Schweizerischen Gewerbeverband sgv, und den Kantonen ein Programm zur Steigerung der Attraktivität der Berufsbildung lanciert worden.

Sieben Stossrichtungen zur Attraktivitätssteigerung

Am Spitzentreffen der Berufsbildung 2025 haben Bundesrat und Sozialpartner zusammen mit dem SBFI und den Kantonen sieben Stossrichtungen für die weiteren Massnahmen zur Steigerung der Attraktivität der Berufsbildung verabschiedet. Es sind dies ein Förderschwerpunkt zur betrieblichen Bildung, eine Regulierungsüberprüfung der beruflichen Grundbildung, die Weiterentwicklung der Berufsmaturität, die Stärkung von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz, die Weiterentwicklung des Berufswahl- und Laufbahnprozesses, die Stärkung der höheren Berufsbildung sowie die Klärung von Grundsatzfragen. Zusätzlich wird die Berufsbildungskommunikation thematisiert, um die Sichtbarkeit und das Image der Berufsbildung gezielt zu stärken. Die Kommunikation wird insbesondere vor dem Hintergrund der Stärkung der Höheren Berufsbildung eine grosse Rolle spielen, da per Herbst 2026 mit der Einführung der Titelzusätze professional Bachelor und professional Master gerechnet werden kann.

Projektbasierte Umsetzung gestartet

Die Umsetzung der Massnahmen erfolgt fortlaufend und projektbasiert im Rahmen der Roadmap «Attraktivität der Berufsbildung». Mit der Roadmap liegt ein strukturierter, transparenter und langfristig ausgerichteter Orientierungsrahmen vor, der die Attraktivität der Berufsbildung systematisch stärkt. Die Projekte werden aktiv von der tripartiten Berufsbildungskonferenz TBBK begleitet, in welche der Schweizerische Gewerbeverband nicht nur Einsitz nimmt, sondern in Koordination mit dem Schweizerischen Arbeitgeberverband auch eine gestaltende Rolle wahrnimmt. 

Stärkung der Berufsbildung zum Nutzen des Arbeitsmarktes

Derzeit verlassen mehr Arbeitskräfte den Arbeitsmarkt, als neue dazustossen. In den kommenden Jahren werden unseren Betrieben Tausende von Arbeits- und Fachkräften fehlen. Umso wichtiger wird der Stellenwert der dualen Berufsbildung und der beruflichen Weiterbildung. Beide garantieren für Arbeitsmarktfähigkeit und für eine Anpassung an veränderte gesellschaftliche, wirtschaftliche und technologische Rahmenbedingungen.

Dieter Kläy, Ressortleiter

(Schweizerische Gewerbezeitung sgz vom 22.5.26)